KNICKS-N-PIECES: Back to Life, back to Reality

Was soll man von diesen New York Knicks erwarten? Erst spielen sie einen beachtenswerten Sieg gegen die beste Mannschaft der Western Conference heraus, um nur eine Nacht später keine Chance gegen die beste Mannschaft der Eastern Conference zu haben. Der Spielplan der Knickerbockers ist alles andere als dankbar, aber schließlich spielt das Team in der NBA, nicht in der D-League, und man sollte von ihnen fordern können, dass sie auch in zwei Spielen „back-to-back“ solide Leistungen abrufen. So hieß es nur “back to life, back to reality.”

Nach dem 126 zu 99 gegen Steve Nash und die Phoenix Suns war man positiv überrascht, um nicht zu sagen erstaunt, denn vor der Partie ging alle Welt davon aus, dass die Knicks 100 Punkte erzielen und die Suns 130. New York profitierte davon, dass Phoenix in der Anfangsphase außer Rhythmus zu sein schien. Die Absprache in der Defense funktionierte nicht und in der Offense gingen sie zu sorglos mit dem Ball um, was wieder und wieder zu Ballverlusten führte. Insbesondere Amar’e Stoudemire (14 Pkt., 5 Reb., 5 To.) wirkte so, als ob er mit seinen Gedanken noch im Flieger von Arizona nach New York gewesen wäre. Auch von Steve Nashs gewohnter Ball- und Passsicherheit war zu Beginn der Partie nicht viel zu sehen und so gelang es den Knicks, sich bereits zur Halbzeit mit 71 zu 58 abzusetzen. Die Mannen von Mike D’Antoni ließen den Ball laufen, suchten immer den freien Mann und kreierten dadurch gute Würfe (49,5 % FG). Larry Hughes hatte zwölf Assists, vier mehr als Steve Nash. Der beste Knickerbocker an diesem Abend war jedoch Danilo Gallinari. 27 Punkte (6-12 3P), zehn Rebounds und zwei Blocks steuerte er zum Erfolg der N.Y. Knicks bei.
Gegen die Orlando Magic fing Gallo da an, wo er gegen Phoenix aufgehört hatte. Erster Schuss, erster erfolgreicher Dreier. Doch von Beginn an sah man, dass es ein ganz anderes Spiel werden würde als gegen die Suns, die vor allem defensiv nicht so stark einzuschätzen sind wie Orlando. Zwei schnelle Ballverluste der Knicks, elf Punkte aus fünf Korbversuchen von Dwight Howard in den ersten vier Minuten und der Zauber der vorangegangenen Nacht war verflogen. Nach dem ersten Viertel hatten die Knicks außerdem bereits acht Turnover auf ihrem Konto.
Im zweiten Viertel kamen sie zunächst besser ins Spiel und legten mit Rookie Toney Douglas (17 Pkt., 21 Min.) auf dem Feld einen 7-zu-0-Lauf hin. Bemerkenswert dabei war weniger der kleine Zwischenspurt der Knicks, sondern die frühe Einwechslung von Douglas. Normalerweise kommt zu diesem Zeitpunkt Nate Robinson ins Spiel, doch auf ihn sollte man an diesem Abend vergeblich warten. Nachdem er schon im Heimspiel gegen die Suns lediglich elf Minuten Einsatzzeit bekam, betrat er das Parkett diesmal gar nicht. Mike D’Antoni scheint fürs erste genug von „Kryptonate“ gesehen zu haben, der sich diese Saison bereits den ein oder anderen Fauxpas geleistet hat. Erinnern wir uns an das Aufeinandertreffen gegen die Magic, das zu Beginn dieser Woche stattfand. Robinson erzielte bei der Heimniederlage sage und schreibe 22 Punkte im letzte Viertel, doch konnte das den Vorsprung der Magic zu diesem Zeitpunkt im Spiel nicht verkürzen. Nate ließ sich nach jedem erzielten Punkt feiern und im Gegenzug erzielten die Orlando Magic jene Punkte, die die Knicks auf Abstand hielten. Bis auf eine eindrucksvolle Show, die Nate zweifelsohne zu liefern fähig ist, sprang nichts Zählbares aus seinem Auftritt raus. Solange Nate Robinson das Siegen nachrangig behandelt und den Fokus auf die Show legt, wird er auf der Bank sitzen bleiben.
Später im zweiten Viertel offenbarten die Knicks eine ihrer größten Schwächen – die Post-Defense. Brandon Bass (17 Pkt., 3 Reb., 18 Min.), der bei den Magic nur sporadisch Spielzeit bekommt, schadete den Knickerbockers besonders. Neun Punkte und zwei Rebounds erzielte er in acht Minuten des zweiten Quarters. Zweimal hintereinander setzte er sich im Post gegen David Lee durch, wobei man staunen musste, wie lange er mit dem Rücken zum Korb dribbeln konnte, um anschließend den Korb aus der Nahdistanz zu machen. Keiner kam zur Hilfe, dabei wäre es in dieser Situation ein Leichtes gewesen Bass den Ball zu klauen.
Zur Halbzeit lagen die Knicks mit 39 zu 51 zurück, hatten nur zwei Dreier getroffen und insgesamt eine miserable Wurfausbeute von 35,6 % aus dem Feld vorzuzeigen. Das System von D’Antoni steht in großer Abhängigkeit zu einem guten Point Guard. Da Chris Duhon der Bezeichnung eines guten Spielmachers keineswegs verdient, brauchen die Knickerbockers einen Larry Hughes in Topform, das zeigte sich nicht zuletzt gegen die Suns. Hughes hatte zur Halbzeit jedoch einen +/- Wert von -17, zwei Ballverluste, ebenso viele Assists und nur einen Treffer aus dem Feld.
Die zweite Halbzeit der Partie eröffnete Gallinari auf seiner der Knicks abermals mit einem Dreier. Es folgten erfolgreiche Dreipunktversuche von Larry Hughes und Chris Duhon. Wer nun gedacht hatte, New York würde ins Spiel zurückfinden, irrte. Wie im Madison Square Garden einige Tage zuvor, entschied sich Rashard Lewis (20 Pkt., 11 Reb., 5-7 3P), dass das dritte Viertel ihm gehören würde. Dem Vorhaben schloss sich auch Mickael Pietrus (17 Pkt., 5-8 3P) an und zusammen netzten sie acht Dreier in Quarter #3 ein. Verteidigten die Knicks die Dreierlinie zuvor ordentlich, so brachen sie jetzt umso schlimmer ein. 41 Punkte scorten die Magic im vorletzten Spielabschnitt, die Partie war entschieden. D’Antoni hatte jetzt die Möglichkeit seine Youngster einzusetzen. Über weite Strecken der des Schlussviertels standen Danilo Gallinari (20 Pkt., 4 Stl., 7 Reb.), Wilson Chandler (24 Pkt., 5 Reb.), Toney Douglas und Marcus Landry auf dem Court und spielten in der Garbagetime ansehnlichen Basketball.

Was wir festhalten können:

  1. Chris Duhon muss wieder zurück zu der Form finden, in der er in der ersten Hälfte der letztjährigen Saison war;
  2. wahlweise kann Larry Hughes anfangen, konstant so zu spielen, wie es ihm gegen die Suns gelang und zwar mit dem Fokus darauf, Assists zu verteilen anstatt zu scoren;
  3. die Knicks brauchen einen gesunden Eddy Curry, denn er hätte Dwight Howard vom Korb ferngehalten, was gereicht hätte, da Howard keinerlei Post-Moves besitzt;
  4. daran schließt sich an, dass die Knicks körperlich im Post einfach zu schwach sind, um gegen die Big Men der Liga effektiv etwas ausrichten zu können;
  5. außerdem muss Wilson Chandler anfangen konsequent zum Korb zu ziehen; er hat die notwendige Athletik und sollte sie dazu nutzen, um öfter an die Freiwurflinie zu gelangen;
  6. Gallinari und Douglas sind zwei sehr hoffnungsvolle Spieler für die Zukunft, Jordan Hill könnte es auch noch werden;
  7. Nate Robinson wird noch früh genug erfahren, wie es ist durch die Hölle zu gehen, wenn sich die „DNP-CDs“ in den Box Scores sammeln.

3 responses to “KNICKS-N-PIECES: Back to Life, back to Reality

  1. Wie waren noch gleich die Stats von Duhon Anfang der letzten Saison? Der ist doch abgegangen wie nix, hatte er zeitweise nicht mal die Führung der Assistgeber inne? Warum hat der vor einem Jahr so gut gespielt und hat danach konstant abgebaut?! Ich verstehs nicht.

    • Hier die Stats von Duhon in der letzten Saison: http://www.basketball-reference.com/players/d/duhonch01/gamelog/2009/ … Auch über das Jahr hinweg betrachtet war er noch um einiges besser als er es jetzt ist. 11% höhere Trefferquote aus dem Feld, 1,2 Assists und fast vier Punkte mehr pro Spiel. Duhon ist ein guter Point Guard von der Bank, aber die Qualitäten ein Spielmacher der ersten Fünf zu sein, scheint zu viel verlangt. Zumindest im Moment.

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