LeBron James zu kritisieren ist in Mode

Ich bin kein Freund des derzeit beliebt zu sein scheinenden LeBron-Bashings – des mehr oder minder sinnvollen Kritisierens von allem, was LeBron James macht bzw. unterlässt – doch der #6 der Miami Heat stehen erneut negative Schlagzeilen ins Haus. Ausgerechnet Brian Windhorst vom Cleveland Plain Dealer deckt den besonderen und besonders heiklen Status auf, den LeBrons Marketingagentur LRMR hinsichtlich Scouting und dem Rekrutieren von High School und College Talenten genießt. Wo für Agenten und sogar College Trainer die Türen geschlossen bleiben, ist es James und seinen Geschäftspartner gestattet Basketballcamps abzuhalten und den Nachwuchsspielern als eine Art Ratgeber zur Seite zu stehen.

James verschenkt Sneaker und lernt die Familien der Spieler kennen. Zu diesem Zeitpunkt ist es den Jungspielern zwar nicht gestattet Agenten auszuwählen oder sich von Marketingfirmen repräsentieren zu lassen, doch James kann über LRMR früher mit ihnen in Kontakt treten als alle anderen. Bisher konnte LRMR diesen Vorteil nicht nutzen, so ging ihnen kürzlich der Rookie und Point Guard der Washington Wizards, John Wall, durch die Lappen.
Verwunderlich ist indes schon, dass der sonst so strenge NBA Commissioner, David Stern, beide Augen zuzudrücken scheint. An dieser Stelle ist die Kritik an den doppelten Standards der NBA wohl angebrachter, als die Kritik an LeBron James, der die Lücke im Regelwerk der Liga aus der Perspektive eines Geschäftsmannes mit Recht auszunutzen sucht. Nichtsdestotrotz sorgen solche Umstände für anhaltende Kritik.
Da kommt den Kritikern auch gerade recht, dass James nun eine Anzeige in einer Lokalzeitung von Akron, Ohio hat veröffentlichen lassen, in der er sich bei den Bewohnern von Akron – seiner Heimatstadt – für deren Unterstützung bedankt. Cleveland wird indes nicht erwähnt. Die kindisch anmutende Auseinandersetzung zwischen ihm und der Stadt, die LeBron durch seine Angehörigkeit zu den Cleveland Cavaliers immerhin sieben Jahre lang repräsentiert hat geht also in die zweite Runde.
Den 2. Dezember 2010 dürften sich alle Fans der Cavaliers und LeBron selber wohl bereits  im Kalender rot markiert haben, dann nämlich kommt es zum Wiedersehen zwischen dem einstigen „Local Hero“ und jener Stadt, der er den Rücken gekehrt hat.

5 responses to “LeBron James zu kritisieren ist in Mode

    • Nein, von müssen kann auf keinen Fall die Rede sein und gutheißen will ich es auch nicht. Illegitim ist es seitens der NBA scheinbar jedoch nicht. In diesem Sinne handelt LeBron zusammen mit seiner Firma also opportunistisch. Unter Aspekten der Moral oder Fairness ist das sicherlich nicht korrekt, aber da muss man doch wohl eher die NBA und David Stern kritisieren. Aus ökonomischer Sicht handelt LeBron James also zurecht so, ja.

  1. Seh ich ganz genauso… Warum soll er sich diese möglichkeit entgehen lassen wenn es nicht verboten ist?

  2. Ganz klar. Warum soll man einer alten Oma auf der Strasse nicht in die Fresse hauen und ihre Brieftasche klauen, wenns keiner sieht ?

    • Sorry, der Vergleich leuchtet mir nicht ganz ein. Das, was LRMR macht, ist kein Regelverstoß. Bis die NBA das Regelwerk diesbezüglich anpasst, ist es also legitim. Das was du beschreibst, ist niemals legitim. Der Wettbewerbsvorteil sollte gar nicht bestehen, das wollte ich mit diesem Post zum Ausdruck bringen.

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