KNICKS-N-PIECES: Nate Robinson verdient eine Chance

Vor den Augen der Öffentlichkeit sind Spieler, Trainer und Manager der NBA kaum einmal ehrlich und deshalb durfte man auch skeptisch über die Aussagen Nate Robinsons, Mike D’Antonis und Donnie Walshs sein. Die harmonische Co-Existenz von Kryptonate und seinem Trainer, der ihn mittlerweile hat neun Spiele hintereinander auf der Bank schmoren lassen, ist ausgeschlossen und dennoch machen alle Beteiligten gute Miene zum bösen Spiel. Zwar forderte Aaaron Goodwin, Spielermanager von Robinson, die Knickerbockers öffentlich dazu auf, zumindest darüber nachzudenken, ob es nicht im Interesse aller sei, wenn sein Klient aus seinem Vertrag ausgekauft oder getradet werden würde. Doch in der Folge brachte Nate Robinson zum Ausdruck, er wolle unbedingt in New York bleiben. Auch Donnie Walsh gab sich diplomatisch, räumte zwar ein, man würde über eine Lösung nachdenken, ließ jedoch auch anklingen, man wolle zunächst teamintern versuchen das Problem zu lösen. Dass Mike D’Antoni keinerlei Absichten hat Nate überhaupt nochmal einzusetzen, das wissen scheinbar alle, nur laut ausgesprochen werden darf es nicht. D’Antoni beharrt auf seiner Position, er würde Mephisto selbst spielen lassen, wenn es im Interesse des Teams wäre, aber Nate Robinson trage momentan nicht dazu bei, dass die Knickerbockers gewinnen. Vor einigen Spielen konnte er noch auf die Ausrede zurückgreifen, dass Rookie Point Guard Toney Douglas ein entscheidender Grund dafür sei, warum das kleine Energiebündel aus Seattle den Bankwärmer mimt, doch der ist längst selbst Opfer der Rotationskürzung des Trainers geworden.

Zu diesem Zeitpunkt sollte man sich an die Monate vor Saisonbeginn erinnern, als sowohl David Lee als auch Nate Robinson ohne attraktive Vertragsangebote dastanden und sich letztlich entschlossen, einen Einjahresvertrag bei den Knicks zu unterschreiben. Interesse an Lee bestand, der Sparkurs vieler Teams, die der Free Agency 2010 entgegenblickten und immer noch blicken, verhinderte seinen Wechsel. An Robinson schien indes keiner Interesse zu haben, auch nicht Mike D’Antoni. Bloß Walsh war der Meinung, Robinson würde eine wichtige Rolle für den Erfolg der Franchise spielen. Auch die Portland Trail Blazers dachten 1984, dass Sam Bowie besser als Michael Jordan sein würde und drafteten diesen vor MJ. Der Vergleich soll im Grunde nur zeigen, dass sich die General Manager der Liga immer wieder irren.
Für die Knickerbockers ist nicht einmal entscheidend, ob Robinson nun spielt oder nicht. Die Siege, die New York im Dezember hat einfahren können, scheinen D’Antonis Entscheidung, ihn aus der Rotation zu streichen, zu rechtfertigen. Dass Nate Robinson keine Spielzeit bekommt, könnte für ihn jedoch durchaus folgenreich sein. Er befindet sich in einem Vertragsjahr, so dass ihm diese Saison zur Verfügung steht, um sich anderen Teams zu empfehlen. Ohne Einsatzzeit fehlt ihm aber gerade dafür jegliche Grundlage. Sollte Mike D’Antoni an seinem Kurs festhalten, ist es für Nate unabdingbar, getradet oder aber vorzeitig aus seinem Kontrakt ausgekauft zu werden.
Gespräche zwischen Walsh und Goodwin brachten bisher keine konkreten Ergebnisse hervor, finanzielle Sorgen muss Robinson in der Zwischenzeit jedoch nicht haben. Sein Vertrag bei den Knickerbockers bringt ihm diese Saison $ 4 Millionen ein. An dieser Zahl könnte auch ein potentieller Buyout scheitern, sollte Nate nicht bereit sein auf einen nicht ganz unerheblichen Teil dieser Summe zu verzichten. Realistisch wäre, wenn ihm Donnie Walsh $ 2 Millionen anböte. Auch wenn es auf den ersten Blick drastisch klingen mag, die Hälfte des Gehaltes an die Knickerbockers zu spenden, so würde sich für Nate die Möglichkeit ergeben, bei einem anderen Verein wieder Spielzeit zu bekommen. Kommt ihm ein neues Team mit einem Vertragsangebot von $ 1 Million für den Rest der laufenden Spielzeit entgegen, so hielten sich seine Ausfälle in Grenzen. Auch die Knicks wären sicherlich nicht abgeneigt weitere $ 2 Millionen an Gehältern zu sparen, wollen sie doch im nächsten Sommer gleich zwei Stars in den Big Apple holen.
Und auch wenn solch eine Regelung äußerlich alle zufriedenstellen könnte, so komme ich nicht drum herum mich zu fragen, was bei dieser Franchise in den letzten Jahren alles schiefgelaufen sein muss. Der Umgang mit den eigenen Spielern ist zumindest fragwürdig und wer gehofft hatte, dass nach den endgültigen Abgängen von Isiah Thomas und Stephon Marbury wieder Ruhe einkehren würde, der ist berechtigterweise enttäuscht. Für Nate Robinson wünsche ich mir, dass er so bald wie möglich wieder die Gelegenheit bekommt, jene Kritiker verstummen zu lassen, die es für richtig halten, dass er in New York auf das Abstellgleis rangiert wurde, sei es nun bei den Knicks oder bei einem anderen Verein in der NBA.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s