KNICKS-N-PIECES: New York verliert in videospielmanier gegen die Bulls

Die Partie der New York Knicks gegen die Chicago Bulls mutete abschnittsweise einem Videospiel an, denn wer kennt dieses Phänomen nicht, die eigene Mannschaft trifft zunächst alle Würfe, egal welch abartigen Schuss man sich zu nehmen entscheidet, und auf einmal ist der Korb wie versiegelt. Mit jedem Fehlwurf steigt der Frust und man hält nur noch von jenseits der Dreierlinie drauf, in der Hoffnung jenen Fehlversuch zu kompensieren, den man beim vorherigen Ballbesitz abgefeuert hatte. Währenddessen spielt der Gegner einfach cleverer, verlässt sich nicht nur auf die Würfe von außen, sondern zieht zum Korb, um das Spiel in die Zone zu verlagern und Bonuspunkte per Freiwurf einzusammeln. Am Ende kann man nur noch zusehen, wie einem das Spiel aus den Händen genommen wird und man nach einem Zwischenspurt des Gegners die Niederlage hinnehmen muss. Die Einsicht, dass man auch hätte anders spielen können, um die Führung, die man sich nach der Anfangsphase herausgespielt hatte, zu halten, kommt zu diesem Zeitpunkt zu spät. Auf diese Weise lässt sich die Niederlage der Knickerbockers gegen die Bulls, die spielerisch keineswegs überlegen waren, zusammenfassen.

Zwischenzeitlich lagen die Knicks im ersten Viertel der Begegnung mit 17 Punkten vorn. Immerhin elf Zähler waren es noch nachdem der Buzzer das erste Quarter beendete. Zwölf von 20 Field Goals versenkten die Knicks im ersten Spielabschnitt, davon sieben Dreier. Bemerkenswert dabei war vor allem die Assist/Field Goal-Ratio von 91,7 % als Indikator für das hervorragende Passspiel (11 Assists) des Teams von Coach D’Antoni. Doch auch in der Defensive hinterließ New York zunächst einen starken Eindruck. Die Zone wurde weitestgehende abgeriegelt, was Chicago dazu zwang sich mit langen Zweipunktwürfen zu begnügen.
Ein erster Bruch im Spiel ließ sich mit der Einwechslung von Eddy Curry beobachten. Die Knicks versuchten fortan ihr Spiel auf den Center auszurichten und ihn im Lowpost in Szene zu setzen. Nach nur 1:26 Minuten im zweiten Viertel sah auch Mike D’Antoni ein, dass Curry den Offensiv- und Defensivbemühungen seiner Mannschaft schadet und wechselte ihn wieder aus.
Den Rhythmus hatte New York verloren und so schmolz die Führung langsam dahin. 29 (!) der insgesamt 53 Korbversuche in der ersten Halbzeit kamen von jenseits der Dreipunktelinie und lediglich zwei davon fanden im zweiten Spielabschnitt ihr Ziel. Im Vergleich dazu versuchten die Bulls lediglich fünfmal per Dreipunktwurf zum Erfolg zu kommen. Auch das zuvor gelobte Passspiel der Knickerbockers kam beinahe zum Erliegen. Lediglich zwei Korbvorlagen konnten sie im zweiten Quarter verbuchen.
Das dritte Viertel war für den Ausgang des Spiels unbedeutend. Zwar legten die Knicks einen 7-zu-0-Lauf hin, doch so schnell die Führung ausgebaut war, so schnell war sie auch wieder verspielt. Weder die Chicago Bulls noch die Knicks konnten sich in der Folgezeit absetzen.
Spulen wir vor in das letzte Viertel und sehen zu, wie jeder Schuss der Knickerbockers lediglich die Frontkante des Rings erreicht, die Bulls einen 10-zu-0-Zwischenspurt einlegen und die Partie entschieden ist.
Ein Blick auf die Box Score lohnt und man kann nur hoffen, dass die Knicks sich alternative Wege überlegen, um zu Punkten zu kommen. 47 Dreier feuerten sie gegen die Bulls ab, doch den Rekord für die meisten Dreier in einem Spiel halten die Dallas Mavericks mit 49 Versuchen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s