KNICKS-N-PIECES: Der Lohn für vier Tage Defense; Iverson als Knicks-Messias?

Vier Tage hatten die New York Knicks Zeit sich von der sechs Spiele anhaltenden Niederlagenserie zu erholen. Vier Tage, in denen  Trainer und Spieler sich die Zeit nahmen, um die Gründe für den schlechtesten Saisonstart der Geschichte der Knickerbockers zu erforschen. Viel wurde in diesen vier Tagen gesagt und geschrieben.  Analysten, Schreiberlinge und Kommentatoren haben verschiedene Schuldige ausfindig gemacht, andere Verantwortliche wurden wiederum in Schutz genommen. Auf Seiten der Organisation haben sich alle schuldig bekannt, mit dem Ziel die Schuld von den Schultern des nächsten zu nehmen. Donnie Walsh, Mike D’Antoni, die Spieler. In einem sind sich indes alle einig: Deee-fense. Die wird nämlich nicht gespielt.

Hängen sich die Spieler nicht genug rein? Oder können Mike D’Antoni und seine Assistenztrainer keine Defense vermitteln? Für einen Außenstehenden ist es schwer auf diese Fragen eine Antwort zu finden, das Rätsel zu entwirren, die Lösung zu entdecken. Die Spieler stehen auf dem Feld, sind dafür zuständig, das umzusetzen, was ihnen die Trainer in der Kabine und an der Seitenlinie zu vermitteln versuchen. Stoßen die Anweisungen D’Antonis einfach auf taube Ohren, ist es an den Akteuren ihren Coach aus der Schusslinie der Kritik zu ziehen. Nicht etwa mit Worten, sondern Taten, die letztlich zu Siegen führen. Denkbar ist auch, dass es D’Antoni hinter den Kulissen an Rückhalt fehlt, nicht etwa von Walsh, sondern von jenen, die auf dem Court für ihn schwitzen sollten. Gelingt es ihm möglicherweise nicht seine Spieler zu motivieren?
Indes ist es den Schwitzenden anzumerken, dass sie verunsichert sind, weshalb sie schlechte Entscheidungen an beiden Enden des Spielfeldes treffen. Es fehlt eindeutig ein Anführer, der in den entscheidenden Phasen einer Partie einen klaren Kopf behält. Chris Duhon, dem diese Rolle alleine aufgrund seiner Position zuteilwird, wirkt zumeist wie ein Fremdkörper im Spiel der Knicks. Auch den anderen Spielern sind die Schuhe des Go-to-Guys momentan zu groß. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Spielermaterial zu schlecht ist, um gegen andere NBA Teams zu bestehen. Die Knicks müssen vor allem lernen besser zusammenzuspielen und konzentriert zu bleiben.
Viele Fans wünschen sich zurzeit eine Veränderung. Sie wünschen sich etwas, das ihnen Hoffnung gibt. Einige sind nun davon überzeugt, dass ihnen Allen Iverson diese Hoffnung wiederbringen könnte.  Iverson kann zweifelsohne immer noch Basketball spielen und hat im Laufe seiner Karriere gezeigt, wie es aussieht, wenn man alles für seinen Verein gibt. Die jüngere Vergangenheit hat leider auch gezeigt, dass A.I. nicht mehr der ist, der er einmal war. Sie hat gezeigt, dass er es nicht geschafft hat sein Ego dem Interesse des Teams unterzuordnen, weshalb er in Detroit und Memphis gescheitert ist. Zweifel sind da nur berechtigt, jedoch wäre es falsch die Chancen zu verkennen, die sich mit Iverson im Roster auftun könnten. A.I. ist in der Lage einiges an Last zu tragen und so den Druck von den jungen Spielern zu nehmen. Allerdings wird man nicht erwarten können, dass er ihnen ein guter Mentor ist, weder in der Kabine noch auf dem Feld, dafür ist er einfach nicht bekannt.
Ihn nach New York zu holen wäre eine kurzfristige Entscheidung mit kurzfristigen Vorteilen, langfristig aber könnte sie die Entwicklung von Chandler, Gallinari, Douglas und Hill behindern. Bleiben Donnie Walsh und Mike D’Antoni sich und ihren Plänen für die kommende Saison treu, so müssen sie die Gelegenheit einer Verpflichtung Iversons verstreichen lassen. Möglicherweise genügt ein wiedergenesener Eddy Curry (10 P., 4 R. in 12 Min.), die Verantwortung auf dem Feld so zu verlagern, dass alle Akteure befreiter aufspielen können. Auch Al Harrington, Larry Hughes und Jared Jeffries sind nun gefragt das Team auf den richtigen Weg zu bringen.
Der Auswärtssieg gegen die Indiana Pacers hat gezeigt, dass die Knickerbockers noch nicht vergessen haben, wie man Spiele für sich entscheidet. Lässt man die erste Halbzeit außer Acht, in der sich die Knicks ebenso desolat präsentierten, wie in den neun Niederlagen zuvor, war eine Verbesserung beobachtbar. Mit Ausnahme des vierten Viertels war die Defense so schlecht wie eh und je, doch als es darauf ankam vermochten die Knicks einen Gang höher zu schalten. Der Einsatz in der Defensive zahlte sich aus, die Pacers waren gezwungen schlechte Würfe zu nehmen und verloren ein ums andere mal den Ball. Angeführt von Larry Hughes (22 P., 10 R., 7 A.), der sein wohl bestes Spiel für die Knicks bestritt, konnte D’Antonis Mannschaft den Sieg aufgrund eines 23-zu-3-Laufs einfahren. Ohne Allen Iverson.

2 responses to “KNICKS-N-PIECES: Der Lohn für vier Tage Defense; Iverson als Knicks-Messias?

  1. Hehe… jetzt soll Curry also den Karren aus dem Dreck ziehen… wenn man sich vorstelle, das hätte vor 1 oder 2 jahren mal jemand gesagt😉

    • Wie es scheint, ist Curry ohnehin wieder verletzt. Zumindest saß er das Spiel gegen die Sac-Town Kings gestern Nacht aus und bei Yahoo! stand in Klammern “left knee”. Der Karren wird also weiterhin im Dreck bleiben. Zu viel Hoffnung hat wohl niemand in Eddy Curry, zu oft hieß es er sei in der Form seines Lebens und dann kam doch nichts dabei raus. Für seine Größe und Statur ist er auch ein extrem schlechter Rebounder. Ein Center, der nur “zufällig” ein paar Abpraller in die Hände bekommt, kann den Knicks in der jetzigen Situation auch nicht weiterhelfen. Obwohl ich zugeben muss, dass er gegen die Pacers ein gutes Spiel gemacht hat. Sein technisches Fould gegen Rajon Rondo hat mir auch gut gefallen. Wenigstens hat er gezeigt, dass ihm nicht alles egal ist!

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