Noch 79 Spiele bis 2010

Ich will euch nicht wieder erzählen, wie schwer es bekennende Anhänger der N.Y. Knicks dieser Tage haben, ihrer Mannschaft beim Spielen zuzusehen, denn das Bild wiederholt sich Saison für Saison für Saison. In den Jahren unmittelbar vor D’Antoni und Walsh, war es einfach einen Sündenbock auszumachen. Isiah Thomas, ein Name, der bei uns immer noch albtraumartige Bilder vor das innere Auge zu projizieren vermag. Klar, dass diese Episode Nachwirkungen mit sich zieht, deswegen kann man auch nicht erwarten, dass ein neuer Coach und GM die Mannschaft gleich wieder aus der Versenkung führen. Trotzdem war die vergangene Spielzeit frustrierend. Wieder keine Playoffs, ein verletzter Rookie, in den man viel Hoffnung gesteckt hatte und zusätzlich die Querelen mit Stephon Marbury. 2010, das Jahr, in dem alles endet und neu beginnt.

Bis dahin sollen wir uns gedulden und müssen es wahrscheinlich auch. Das mag manche trösten und anderen, zu dieser Gruppe zähle ich mich selbst, sind nicht damit einverstanden, dass diese Saison einfach her geschenkt werden soll. Es kommt nicht oft vor, dass ich Charles Barkley beipflichte, aber diesmal komme ich nicht darum herum. Barkley kritisierte Donnie Walsh für schlechtes Management, weil man zwei Spielzeiten in den Sand setze, um dann die Möglichkeit zu haben, LeBron James vielleicht verpflichten zu können. Sieben der 14 Spieler der Knicks sind mit auslaufenden Verträgen ausgestattet und der Großteil von ihnen wird im kommenden Jahr kein Trikot der Knicks überstreifen. Wie sollen diese Spieler also motiviert sein Siege für ein Team einzufahren, mit dem sie wahrscheinlich schon abgeschlossen haben. Tatsächlich kann man die Professionalität des Teams anzweifeln. Duhon äußerte Kritik zur Einstellung seiner Mitspieler nach der Niederlage in Charlotte. Man habe das Spiel einfach nicht ernst genommen und schon beim Aufwärmen zu viel Spaß gehabt. Man sei deswegen einfach nicht bereit gewesen ernsthaft an die Partie heranzugehen. Das resultierte gegen die Bobcats in einem 19-Punkte-Rückstand nach dem ersten Viertel. Die Aufholjagd, die zu spät begann, wurde am Ende nach der zweiten Verlängerung nicht belohnt und D.J. Augustin sicherte den Bobcats mit zwei Freiwürfen kurz vor Schluss den Sieg.
Auch im ersten Spiel gegen die Miami Heat war die Defensive alles andere als überzeugend, weshalb es nicht überrascht, dass eine Trefferquote von 56,6 % aus dem Feld zugelassen wurde. Miami wollte den Sieg mehr, hängte sich rein und ging erfolgreich aus der Partie hervor. Dahingegen war bei den Knicks nicht viel von Intensität zu spüren, obgleich einige Spieler individuell überzeugten. Darunter Danilo Gallinari, dem es in den ersten drei Spielen der neuen Saison gelungen sein sollte Kritiker verstummen zu lassen. 22 Punkte, darunter sieben Dreier, und sechs Rebounds gegen die Heat, 16 Zähler und fünf Rebounds gegen die Bobcats und 30 Punkte mit acht getroffenen Dreipunktwürfen gegen Philadelphia.
Ähnlich wie in Charlotte auch, handelten sich die Knicks im Spielverlauf gegen die 76ers ein 23-Punkte-Defizit ein und begannen abermals spät damit, das Spiel wieder ausgeglichener zu gestalten. Auf einmal klappte es mit der Defense und auch mit dem Teamplay, zwei Aspekte, die man in den ersten drei Vierteln der Partie schmerzlich vermisste. Harrington und Gallinari, der elf Punkte im Schlussviertel erzielte, führten New York wieder heran, bis Chris Duhon die Verlängerung mit einem Drive und Korbleger erzwang. Danach war es zunächst Al Harringtons Show, der insgesamt 42 Punkte von der Bank einstreute und damit den Knicks-Rekord, für die meisten Punkte in einem Spiel von einem Bankspieler brach. Nachdem er sich anschließend unglücklich ausfoulte war das Spiel gelaufen. Die 76ers zogen das Tempo an und konnten den Sieg mit neun Punkten in Folge sichern. Eine bittere Niederlage, die mich nicht dazu bring, das oft genannte Jahr 2010 herbeizusehnen, sondern mich hoffen lässt, dass die Knicks ihr Potential endlich einmal auch zu Beginn einer Partie zeigen. Der erste Sieg der Saison ist dann nur noch Formsache.

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