Cavaliers und Mavericks mit Heimniederlagen

Für die Fans der Cleveland Cavaliers in der heimischen Quicken Loans Arena, vor den Fernsehern und den Computerscreens weltweit war es ein Eröffnungsspiel zum Vergessen. Zu deutlich waren jene Defizite im Spiel der Cavs wiederzuerkennen, die von Kritikern immer wieder bemängelt wurden und auch zum Ausscheiden des Teams aus Ohio in den Conference Finals im vergangenen Mai führten. Noch immer vermag es niemand, mit der Ausnahme von LeBron James eben, das Spiel an sich zu reißen und in Phasen, in denen James auf der Bank sitzt oder einfach die Hilfe seiner Mitspieler benötigt, die Mannschaft auf den eigenen Schultern mitzutragen.

Dabei hätte es im Anfangsviertel wirklich nicht besser laufen können, oder nicht schlechter, wenn man den Blickwinkel der Boston Celtics wählt. Die Cavaliers führten nach nur 3:06 Minuten im ersten Viertel mit 13-2 und ließen kein Zweifel daran, wer Herr im Haus ist. Für das erste echte Highlight sorgte dann LeBron James etwa sechs Minuten später, als er Rajon Rondos Versuch den Ball, nach einem Steal und Break, zu stopfen so übel gegen das Backboard blockte, dass erste „MVP“-Rufe auf den Rängen der Halle losbrachen.
Die Partie begann zu dieser Zeit jedoch bereits zu kippen. Angeführt von ihren Bankspieler, genauer Rasheed Wallace (zwölf Punkte) und Marquis Daniels (sieben Punkte), holten die Kelten aus Boston einen 14-Punkte-Rückstand auf und gaben die erkämpfte Führung nach dem zweiten Viertel in den folgenden Spielabschnitten nicht mehr aus den Händen. Wer fand auch, dass Sheed derzeit eher einem Obdachlosen ähnelt als einem NBA Spieler? Mehr Skills als Flip in Above the Rim hat er aber allemal. Die Reservisten der Celtics trugen insgesamt 26 Punkte zum Sieg bei, die der Cavaliers konnten derer lediglich zehn erzielen.
In den letzten anderthalb Minuten des Spiels besiegelte Paul Pierce (23 Punkte, elf Rebounds) mit zwei erfolgreichen Jumpshots und zwei getroffenen Freiwürfen die erste Heimniederlage der Cleveland Cavaliers. LeBron James, der oft auf sich alleine gestellt war, erzielte 38 Punkte, vier Rebounds und acht Assists. O’Neal steuerte zehn Punkte und ebenso viele Rebounds bei, konnte aber weder in der Defensive noch in der Offensive effektiv in das Vorgehen des Cavs eingebunden werden. Kevin Garnett glückte wiederum mit 13 Punkten, zehn Rebounds und drei Blocks die Rückkehr auf das NBA-Parkett. Phasenweise ähnelte er dem Kevin Garnett, den wir aus vergangenen Tagen kennen, so zum Beispiel als er mit 2:45 Minuten auf der Uhr im letzten Spielabschnitt einen schwierigen Fadeaway über Shaq hinweg traf. Andererseits musste er zuschauen, wie Jamerio Moon locker über ihn dunkte und selbst hämmerte er nach einem Fast Break den Ball lediglich auf den Ring.

In der zweiten Partie des Abends unterlagen die Dallas Mavericks den Washington Wizards ebenfalls vor heimischem Publikum. Es dauerte seine Zeit bis Dirk Nowitzki (34 Punkte, neun Rebounds) seinen Schuss fand, eine gute Quote (10-25 FG) konnte er am Ende dennoch nicht zustande bringen, und doch war es ihm zu verdanken, dass das Spiel nicht schon früher aussichtslos erschien. Es ist die bekannte Story, zu sehr haben sich seine Mitspieler auf Nowitzki verlassen, ohne selbst für die notwendige Entlastung in der Offense zu sorgen.
Übrigens kann ich die Diskussion um Nowitzkis Frisur, wobei der Deutsche in den US-Basketballmedien selten gut wegkommt, nicht nachvollziehen. Haben sich die Kollegen schon mal Mike Miller genau angeguckt? Scheinbar nicht, denn der hat mit Abstand die hässlichste Matte auf dem Kopf.
Neuzugang Shawn Marion zeigte, wie wertvoll er für die Mavs im Verlauf der Saison werden könnte, aber auch wie schwer es wird zu gewinnen, wenn er es nicht schaffen sollte entsprechende Leistungen abzuliefern. Er traf seine ersten drei Würfe, war in der Defensive sehr aktiv und verhalf Dallas zu einer früheren Sechs-Punkte-Führung. Danach verloren die Mavericks ihre Führung und mussten zusehen, wie die Wizards ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen, all das während Marion auf dem Feld stand. 16 Punkte, sieben Rebounds und drei Blocks standen am Ende auf seinem Konto, woran sicherlich nichts auszusetzen ist, aber besser machte er die Mannschaft nur in den ersten sieben Minuten des Anfangsviertels.
Überhaupt zeigten die Mavericks vor allem in der Defense eine schwache Leistung. Zu einfach wurde es Andray Blatche (20 Punkte) und Randy Foye (19 Punkte), die beide von der Bank kamen und stark aufspielten, ein ums andere Mal gemacht. Dabei kam Foye immer wieder zu freien Schüssen, weil Dallas nicht richtig rotierte und Blatche war zu oft nach einem Backdoor-Cut anspielbar, was ihm zu leichten Punkten am Brett verhalf.
Spieler der Begegnung war aber zweifelsohne Gilbert Arenas, der in den letzten zwei Jahren nur 15 Spiele absolvierte, gegen die Mavericks aber keine Mühe hatte zu zeigen, dass er zurück ist. 29 Punkte streute er ein und teilte zusätzlich noch neun Korbvorlagen aus. Er ist nicht mehr ganz so athletisch wie vor seiner Verletzung, was keinen wundern dürfte, aber immer noch schnell genug um an den Verteidigern der Dallas Mavericks vorbeizukommen.

Die Portland Trailblazers konnten im Gegensatz zu den Cavs und Mavs einen Heimsieg feiern. Erwartungsgemäß gewannen sie gegen die Houston Rockets, die derzeit ohne echten Star auskommen müssen. Entsprechend schwer werden es die Texaner haben in der Western Conference zu bestehen. Ohne Tracy McGrady und Yao Ming fehlt bisweilen ein Go-To-Guy. Aaron Brooks nahm sich dieser Rolle an, erzielte 19 Punkte und fünf Assists, blieb aber absolut kalt von außerhalb der Dreipunktelinie (0-6 3P). Auch Ariza (12 Punkte) scorte zweistellig, aber gegen richtig gute Teams haben diese Rockets einfach nicht genug Durchschlagskraft.
Brandon Roy (20 Punkte) und Travis Outlaw (23 Punkte), der dieses Jahr bester sechster Mann werden könnte, wenn er sein Potential endlich mal ausreizt, sorgten für die entsprechende Offense bei den Blazers, während sich Greg Oden (zwölf Rebounds, fünf Blocks) der Defense Vorrang gab.

Zu guter Letzt verloren die Los Angeles Clippers ohne ihren Star-Rookie Blake Griffin das Stadtderby gegen die Los Angeles Lakers. Zur Überraschung fiel die Niederlage nicht allzu hoch aus, sieben Punkte machten am Ende den Unterschied. Hätte Baron Davis nicht gerade eine miserable Nacht erwischt, in der er ganze zwei Punkte (1-10 FG) erzielte, dann wäre vielleicht mehr drin gewesen. Kobe Bryant brachte es im Gegenzug auf 33 Punkte, acht Rebounds und vier Steals, während Andrew Bynum 26 Punkte und 13 Rebounds, eine Leistung, die dieses Jahr von ihm erwartet wird. Auch Lamar Odem war am Ende zweistellig in den Kategorien Punkte (16) und Rebounds (13), einzig Ron Artest kann keine spektakulären Zahlen vorweisen, was man bei seiner neuen Rolle im Team der Lakers auch nicht erwarten sollte. Ron Ron ist die dritte oder vierte Option in der Offense von Phil Jackson, ein Luxus, den andere Teams nicht haben.

3 responses to “Cavaliers und Mavericks mit Heimniederlagen

  1. ach und zu der Frisuren Geschichte: Icke lauf schon seit ner Dekade mit langen Haaren aufm Fußballplatz rum und kann die ganzen Diskussionen nich verstehen, Dirk steht es doch… und mit Björn Borg wurden auch schon andere verglichen -> me!😉

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