Lottery Pick in Milwaukee unerwünscht?

Joe Alexander ist zurzeit das ungewollte Kind der Milwaukee Bucks, für das General Manager John Hammond wohl keine Alimente mehr zahlen will. Zwar wurde der 2,03 Meter große Forward, der übrigens in Taiwan zur Welt kam und sechs Jahre in China lebte, an achter Position im NBA Draft 2008 von eben diesen Bucks ausgewählt, doch bereits nach seiner Rookie Saison steht er jetzt auf dem Abstellgleis. Bald könnte er dem exklusiven Club jener Spieler beitreten, die als Lottery Pick das Licht der NBA erblickten, ihre Teams jedoch nicht einmal die erste von zwei möglichen Vertragsoptionen des Rookie-Kontrakts in Anspruch nahmen. Diese Ehre wurde bisher lediglich Patrick O’Bryant (Golden State Warriors) und Yaroslav Korolev (Los Angeles Clippers) zu Teil.

Alexander ist nicht etwa schwer verletzt  oder absolut talentfrei, wie man schlussfolgern könnte, doch er würde die Bucks in der kommenden Spielzeit $ 2,76 Millionen Dollar kosten. Zu viel für einen Club, der ob seines Sparkurses bereits Ramon Sessions an die Minnesota Timberwolves abtrat und Charlie Villanueva ohne Gegenwehr nach Detroit ziehen ließ. Coach Scott Skiles war dennoch bemüht den Journalisten originelle Erklärungsversuche zu liefern. Aufgrund einer Oberschenkelverletzung habe Joe eine für junge Spieler entscheidende Phase verpasst. Der Grundstein für alles, was man anstrebe, werde im Trainingscamp gelegt und deshalb sei es äußerst kritisch, dass Alexander diese Phase versäumt habe. Man hoffe ihn irgendwo wieder in die Mannschaft einzubauen, wenn er komplett genesen ist.

Paraphrasiert man diese Aussagen leicht, gelangt man zu folgender Erkenntnis: In Milwaukee hat Joe Alexander keine Zukunft mehr. Möglicherweise hat er Talent, aber das wollen die Verantwortlichen lieber nicht herausfinden, denn momentan sind ihnen die Moneten wichtiger. Schließlich haben die Milwaukee Bucks auch erst kürzlich die türkische Basketball-Legende Ersan Ilyasova für drei Jahre und $ 7 Millionen verpflichtet. Ilyasova, der 2005 von den Hirschen gedraftet wurde, in seinem ersten Jahr in der D-League die ländlichen Gegenden der USA samt ihrer wunderschönen Scheunen aus kennenlernte, um in der Saison darauf 66 Spiele in der NBA zu absolvieren und dann in Spanien zu reifen, wurde nun wieder nach Wisconsin importiert und mutiert dort, wenn die dunklen Fantasien der Verantwortlichen in Erfüllung gehen sollen, zu einem Star à la Nowitzki. Sollte dieser Fall eintreten wird sich wohl keiner mehr an Alexander erinnern, genauso wie ihr ihn bereits vergessen hattet, nachdem ihr es geschafft habt den letzten Satz zu dekodieren.

Und trotzdem werde ich es für ein Armutszeugnis eines geizigen Clubs halten, wenn Milwaukee Joe Alexander aufgibt, ohne jemals an ihn geglaubt zu haben. Aber vielleicht ist er den Verantwortlichen einfach zu asiatisch. Mit Yi Jianlian sind sie schließlich auch nicht glücklich geworden. Doch möglicherweise gefällt Alexander Milwaukee auch nicht, so dass er seine Verletzung nutzt, um möglichst schnell aus seinem Vertrag zu kommen.

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