Die Saga des Stephon Marbury

Es gab eine Zeit, zu der ich ein großer Fan von Stephon Marbury war. Schon damals, als er seine ersten Schritte in der NBA mit den Timberwolves gegangen ist, hat mich die Art und Weise fasziniert, wie er gespielt hat. Die Crossover, die Assists, der Zug zum Korb und Jumpshots von der Mittellinie. Marbury war der Vorzeige-Point-Guard aus New York, einer Stadt, die für seine Spielmacher berüchtigt ist. Wenn es um individuelles Talent ging, gab es nicht viele, die an Starbury herankamen. Marburys Attitüde hingegen war den Medien schon immer zweifelhaft, sein großes Ego passte zu seinem großen Talent, er brachte eben die Straßen von Coney Island auf das NBA Parkett.

Schon bei seinem ersten Wechsel von den Timberwolves zu den New Jersey Nets verpasste er sich das Image eines schwer umgänglichen Individualisten, was er nicht mehr loswerden sollte. Lange hielt ich an ihm fest, machte oft andere oder äußere Umstände für die Sachen verantwortlich, die die Medien an ihm festzumachen suchten. Die Ursache dafür, dass es in Minnesota nicht klappte, machte ich an Kevin Garnett fest und nicht an Marbury. Dass es bei den Nets nicht klappte lag am Team und nicht an Marbury. Er sei kein Winner hieß es schon damals. 31 Spiele gewann er mit den Nets 1999-00, die meisten Siege in einer Saison während seiner Schaffenszeit in New Jersey. An seinen eigenen Stats konnte man jedoch nichts aussetzen.

Es half seinem Image nicht weiter, dass New Jersey nach dem Trade, der ihn nach Phoenix schickte und Jason Kidd zu den Nets, mit 52 Siegen ihre beste NBA Saison bis zum heutigen Tag ablieferten. Damit nicht genug. Jason Kidd führte das Team, das in East Rutherford beheimatet ist, in diesem Jahr und im Jahr darauf in die NBA Finals. Die Suns hingegen erreichten die Playoffs nur einmal in den zweiundhalb Jahren, die Marbury dort spielte. Den einzigen positiven Moment, an den ich mich aus dieser Zeit erinnere war Stephons Gamewinner gegen die San Antonio Spurs im Eröffnungsspiel der ersten Runde der NBA Playoffs 2003.

Der Trade zu den Knicks löste zunächst Euphorie aus. Der verlorene Sohn kehrte in seine Stadt zurück, New York City. Endlich durfte er das Trikot seines Heimatvereins tragen. 47 Spiele absolvierte er in der Saison des Trades für die Knicks und schaffte es mit ihnen in die Playoffs. Eine Saison später war die anfängliche Euphorie verflogen, was dann begann war der langsame aber stetige Untergang eines einst so talentierten NBA Spielers.

Die Knicks erinnerten zunehmend an eine schlechte Seifenoper. Die Eskapaden von Stephon Marbury und die Entgleisungen seines Trainers, Isiah Thomas, dürften allen noch in Erinnerung sein. Mit einem Fernsehauftritt lieferte Marbury selbst das Schießpulver für die Kanonen der Kritiker, die das Schiff des Stephon Marbury endgültig zu versenken drohten. Und auch ich begann meine Meinung über Starbury zu überdenken.

In der darauffolgenden Saison war Isiah Thomas weg und Marbury wurde vom neuen Coach, Mike D’Antoni, auf der Bank begraben. Lediglich 24 Spiele absolvierte er in der Spielzeit 2007-08. Es gab Differenzen und erst nach langen Verhandlungen wurde Marbury aus seinem Vertrag gelassen.

Fast ein ganzes Jahr verschwand er aus den Hallen der NBA Vereine, bevor er zu den Boston Celtics stieß und als Rollenspieler von der Bank kam. Hoffnung keimte wieder auf, er könne seine Karriere noch einmal in die richtigen Bahnen lenken. In Boston hatte er seine Momente. Klar, die Stats kamen nicht an das ran, was man von ihm gewohnt war, dazu fehlte ihm die nötige Einsatzzeit und wohl auch die Praxis.

In dieser Offseason boten ihm die Celtics einen neuen Einjahresvertrag an, den er ablehnte, und schon blickte wieder der Egozentriker in ihm durch. Die Rolle in Boston war und ist ihm nicht bedeutend genug, er fühlt sich nachwievor als Starter, als sei nie etwas vorgefallen. Ob er nach Europa geht oder jetzt doch nochmal eine Chance in Boston bekommt, ist derzeit unbekannt.

Doch angesichts des Videos, das aus einem Livestream stammt, den Marbury vor einigen Tagen über das Internet ausstrahlte, sollte sich Danny Ainge gründliche überlegen, ob er ihn gerne im Team hätte. Stephon Marbury der NBA Spieler ist möglicherweise noch nicht am Ende angelangt, aber um Stephon Marbury als Person darf man sich Sorgen machen.

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