NBA Draft Rückblick: Picks 1-10

Zwei Tage nach dem Draft ist es ruhig in der NBA geworden. Nur wenige Gerüchte gelangen an die Oberfläche und Trades sind keine mehr durchgeführt worden. Die Ruhe vor dem Sturm? Wahrscheinlich. Nachdem Vince Carter zu den Orlando Magic getradet wurde und Shaq sich zu den Cavaliers gesellt, hatte ich mir mehr erhofft. Gleichzeitig gibt mir das nochmal ein bisschen Zeit, um die Eindrücke vom Draft Revue passieren zu lassen.

1. Pick: Die Los Angeles Clippers draften (PF) Blake Griffin.

Die ganze Welt wusste, dass das passieren würde. Keine Überraschungen hier. Das richtige Draftgeschehen fing erst nach diesem Pick an.

2. Pick: Die Memphis Grizzlies draften (C) Hasheem Thabeet.

Wenn die Grizzlies das mal nicht bereuen. Sicher, Big Men sind mittlerweile eine Art Rarität geworden und dazu noch mit Skills, aber Memphis hätte den Pick auch genauso gut für einen Point Guard aufwenden können oder gar sollen. Momentan halten sie noch an Conley fest, der die Erwartungen, die man an ihn hatte, bislang gar nicht hat erfüllen können.

Hasheem Thabeet wird den Grizzlies vor allem in der Defensive weiterhelfen können. Er ist ein überragender Shotblocker und hat eine wahnsinnige Spannweite von 2,29 Meter. Dafür ist der 2,20 Meter große Center aus Tansania für seine Größe ein Fliegengewicht (120 kg) und wird im Post Probleme gegen massigere NBA Center haben. Sein Offensiv-Skills sind ohnehin mehr als ausbaufähig.

3. Pick: Die Oklahoma City Thunder draften (SG) James Harden.

Ein guter Pick für die Thunder, die vor dem Draft zwischen Harden und Rubio hin und her schwankten. James Harden wird ihnen vom ersten Tag an weiterhelfen können, er ist ein fast fertiges Produkt. Genau das aber ist gleichzeitig eine seiner größten Schwächen. Wie viel Potential hat er noch sich weiterzuentwickeln? Davon wird abhängig sein, ob er in der NBA ein guter oder ein sehr guter Spieler wird. Ansonsten hat Harden alles, was man für das Spiel auf dem nächsten Level brauch. Er ist kein Überathlet, ist nicht der schnellste oder explosivste, aber er hat die Fähigkeit das Tempo blitzschnell zu wechseln und seine Gegenspieler mit Hesitation Moves aus dem Rhythmus zu bringen. Harden kann seinen eigenen Schuss kreieren, macht aber auch Plays für seine Mitspieler.

4. Pick:  Die Sacramento Kings draften (SG) Tyreke Evans.

Auch die Sacramento Kings zeigten anfangs viel Interesse an Rubio, doch dann ist es Tyreke Evans geworden. Evans ist kein reiner Point Guard, doch den brauchen die Kings. Er hat auch keinen besonders guten Schuss, aber er weiß definitiv, wie man zum Korb kommt. Während die ESPN Kommentatoren des NBA Drafts der Meinung waren, dass Evans in ein paar Jahren der beste Guard dieses Draftjahrgangs sein könnte, meinen andere, dass er den Kings zwar kurzfristig weiterhelfen wird, auf lange Sicht andere Spieler aber besser sein werden.

5. Pick: Die Minnesota Timberwolves draften (PG) Ricky Rubio.

Dann war es so weit, die ‘Wolves entschieden sich für den spanischen Point Guard von DKV Joventut Badalona. Rubio ist einer der talentiertesten Spieler, den es in diesem Draft gab. Dennoch bleiben viele Fragezeichen. Kann Rubio einen guten Jumpshot entwickeln? Wird er mit dem physischen Spiel in der NBA klarkommen? Wann wird er überhaupt in der NBA spielen? Die letzte Frage ist die Konsequenz davon, dass Minnesota ihn draftete. Rubio ist war nicht begeistert, viel lieber wäre er bis zu den Knicks durchgerutscht. Sein Vater hat bereits angekündigt, Rubio würde nächste Saison in Spanien spielen. Die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag mit Badalona ist eine zusätzliche Hürde, denn NBA Teams dürfen nur $ 500.000 einer solchen Klausel bezahlen. Für den Rest müsste Rubio aus der eigenen Tasche aufkommen, es sei denn ein Sponsor, wie beispielsweise Nike, übernimmt einen großen Anteil. Das wäre aber lediglich dann wahrscheinlich, wenn Rubio in einem großen Markt spielen würde, also bestimmt nicht Minneapolis.

Schon gibt es dir ersten Gerüchte, dass die N.Y. Knicks bei den Timberwolves anfragen werden, ob diese Rubio nicht an sie abgeben wollen. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass die Knicks zu viel Talent für Rubio abgeben werden, wenn es zu einem Trade kommen sollte.

6. Pick: Die Minnesota Timberwolves draften (PG) Jonny Flynn.

Jonny Flynn ist wie Rubio auch ein Point Guard. Warum also hat David Kahn, GM der ‘Wolves, nur einen Pick nach der Selektion von Rubio noch einen Spielmacher ausgewählt? Vielleicht wusste man schon, dass Rubio nicht für Minnesota spielen wollen wird. Offiziell dementiert Kahn, dass man Rubio traden will, aber auch wenn man sich dazu entschieden sollte, haben die Timberwolves mit Flynn einen sehr explosiven, athletischen, offensiv- und defensivstarken Point Guard. Darüber hinaus ist Flynn ein Anführer und Führung brauchen die Timberwolves wahrscheinlich mehr als alles andere.

7. Pick: Die Golden State Warriors draften (PG) Stephen Curry.

Einen kleinen Augenblick hofften die Knicks Fans, Curry würde auch an achter Stelle noch zur Auswahl stehen, doch dann kamen die Warriors und schnappten ihn den Knicks kurz vor der Nase weg. Was hat Golden State von Stephen Curry? Wer sich hier jetzt eine Antwort von mir erhofft hat, den muss ich enttäuschen, denn ich glaube nicht, dass die Warriors Curry effektiv einsetzen können. Curry wird hinter Ellis und Jackson die dritte Option in der Offense sein. Stephen Curry wird in Golden State zu einem reinen Point Guard mutieren müssen, damit das Zusammenspiel mit Monta Ellis im Backcourt auch auf lange Sicht funktioniert. Allerdings sollte man die Situation weiter im Auge behalten, Curry wird vielleicht nicht lange bei Golden State bleiben. Die Warriors wollen Amaré Stoudemire von den Suns, gut vorstellbar, dass Phoenix drauf besteht, dass man im Gegenzug ein Paket bekommt, was Curry beinhaltet.

8. Pick: Die New York Knicks draften (PF) Jordan Hill.

In kaum einem Mock Draft war Jordan Hill mit dem achten Pick noch zu haben und auch wenn der Power Forward von der University of Arizona von den Knicks Fans gnadenlos ausgebuht wurde, ist es ein Glücksfall, dass die Knicks ihn bekommen haben. Klar, Donnie Walsh und Mike D’Antoni hätten lieber Stephen Curry gehabt, aber Hill stand sehr weit oben auf ihrer Liste. In Hill bekommt New York einen athletischen Spieler, der gut in D’Antonis System passt. Falls David Lee sich entscheidet den Verein via Free Agency zu verlassen haben die Knicks bereits Ersatz. Wenn ihr mehr über Jordan Hill im Bezug auf die Knicks wissen wollt, lest hier nach.

9. Pick: Die Toronto Raptors draften (SG) DeMar DeRozan.

DeRozan ist ein athletischer Guard mit enormem Potential. Er ist ein guter Scorer, ist schnell und kann auch eine solide Defense spielen. DeRozan bleibt dennoch hauptsächlich eine Investition für die Zukunft, da er jetzt noch nicht bereit sein wird zum Erfolg der Raptors beizutragen. Als Shooting Guard wird er außerdem seinen Schuss von der Dreierlinie stark verbessern müssen.

10. Pick: Die Milwaukee Bucks draften (PG) Brandon Jennings.

Brandon Jennings wirft meiner Meinung nach ebenso viele Fragezeichen auf, wie Rubio beispielsweise. Jennings ist extrem talentiert und als er noch auf der High School war wurde er als bester Spieler seines Jahrgangs geführt. Dann entschied er sich das College auszulassen und für ein Jahr nach Europa zu gehen, um sich auf die NBA vorzubereiten. Bei Lottomatica Roma konnte er sich nicht beweisen, bekam nur wenig Einsatzzeit und lieferte keine nennenswerten Stats ab. Geschadet hat es ihm aus der Perspektive, dass sein Draft-Wert nach diesem Jahr gesunken war. Er selbst wiederum ist der Meinung, dass ihn diese Erfahrung optimal auf die NBA vorbereitet hat.  Jennings ist schnell, spielt sehr gute und spektakuläre Pässe und wenn er an einem Jumpshot arbeitet, wird er offensiv kaum zu stoppen sein. Der Pick könnte sich in zwei Jahren für die Bucks ausgezahlt haben.

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