Magic verpassen sich selbst den Knock-Out Punch

Die Lakers werden die NBA Championship 2009 gewinnen. Man muss sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, um diese Meinung zu vertreten. Kaum einer glaubt noch an die Magic und in L.A. wird bereits alles für die Siegesfeier vorbereitet. Auch vor Beginn der Finals sahen die meisten Orlando als Außenseiter, doch eigentlich waren sie gar nicht der Underdog.

Eigentlich haben die Magic alles, was eine Mannschaft braucht, um den Titel zu holen. Eigentlich hätten sie mit diesen Lakers keine Probleme haben sollen. Klar, da ist dieser Typ, Kobe oder so ähnlich, den kann man nicht so leicht stoppen, aber das ist nur ein Spieler. LeBron hat es schließlich auch nicht geschafft Orlando zu bezwingen. Natürlich, da spielt auch noch so ein bärtiger Spanier für die Lakers, aber was ist das schon, wenn man Dwight Howard, Rashard Lewis und Hedo Turkoglu in seinen Reihen hat? Dann ist da noch Mickael Pietrus  und nicht zu vergessen Rafer Alston. Für ein paar Dreier sind die Jungs doch eigentlich immer gut.

Da ist es doch eigentlich ein leichtes Unterfangen gegen das Team aus L.A. zu gewinnen. Wenn da nicht immer diese „eigentlich“ wäre. Denn die Orlando Magic waren bisher zu keinen Zeitpunkt bestimmend oder gar überlegen, nicht einmal bei ihrem Sieg. Das waren die Lakers allerdings auch nicht, jedoch waren sie immer ein bisschen cleverer, ein klein bisschen abgezockter als die Magic.

Ein Schuldiger für den Misserfolg der Orlandos ist schnell gefunden: Jameer Nelson. Und irgendwie kann er nichts dafür, aber er ist schuld. Nein, nicht wegen seines Patzers gegen Derek Fisher, dessen Dreier Spiel 4 in die Verlängerung schickte. Jameer Nelson ist schuld, weil er rechtzeitig zu den Finals einsatzfähig geworden ist. Nelson hätte in den gar nicht spielen sollen. Ohne ihn wäre alles anders gelaufen, schließlich löste er das Point-Guard-Problem der Magic aus.

Ist dann nicht der Coach schuld? Ja, das ist er. Stan Van Gundy ist der Schuldige. Am Ende wird man ihn an den Pranger stellen. Zurecht. Er wird sich für seine Fehlentscheidungen rechtfertigen müssen, aber nicht können. Warum stand Rafer Alston in den entscheidenden Minuten auf dem Feld? Warum Jameer Nelson, der monatelang verletzt aussetzen musste? Warum gerade jetzt, in den Finals? Alston bewies spätestens in Spiel 3, dass er das Team führen kann und es verdient hat bei Sieg oder Niederlage auf dem Platz zu stehen. Skip To My Lou saß aber nur auf der Bank. Im vierten Viertel des vierten Spiels und auch in der Verlängerung.

Gewiss, nicht dieser Fehler allein brachte die Orlando Magic in die scheinbar ausweglose Situation, in der sie sich jetzt befinden, mit dem Rücken zur Wand, in den letzten Atemzügen liegend. Am Ende wird man sagen, dass die Magic daran gescheitert sind, dass sie ihre Würfe nicht trafen, aber das ist nicht einmal die halbe Wahrheit.

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